DIE BAUKÖRPER UND IHRE EINBINDUNG IN DIE LANDSCHAFT
Das bestehende Kurzentrum Heilbad Sauerbrunn mit den Bauetappen Haus 1, Haus 2 und in jüngster Vergangenheit Haus 3 „Esterházy", wurde nunmehr mit einer neuerlichen Erweiterung für ein Gesundheitshotel ergänzt und abgerundet.
Auf Grund des großen Flächenerfordernisses war ein Ausgangspunkt der Konzeption, dass die daraus resultierende, relativ große Baumasse entsprechend gegliedert in die Landschaft des Kurparks eingesetzt werden muss. Dementsprechend wurden zwei viergeschossige Baukörper entwickelt, deren geschwungene Fassaden Ost - West orientiert sind und, voneinander abgerückt, einer breiten, begrünten Mittelzone, in der quasi die Landschaft von Süd nach Nord hindurch fließt, Raum geben.

 

FUNKTIONELLE GLIEDERUNG
Der östliche der beiden Baukörper hat eine direkte Verbindung über zwei Geschosse mit dem Haus „Esterházy" und ist damit funktionell optimal mit dem Altbestand, vor allem den vorhandenen Therapieeinrichtungen, verknüpft. Die Funktionen Haupteingang mit der vorgelagerten Vorfahrt, Rezeption, Verwaltung, Schauküche, Seminar etc. befinden sich im Erdgeschoss.
Im 1.Obergeschoss ist die gesamte Funktionsgruppe Therapie und in den beiden obersten Geschossen jeweils 26 Hotelzimmer untergebracht.
Der westliche Baukörper beherbergt im Erdgeschoss die Küche sowie Lager, Technik und den Speisesaal, während die drei darüber liegenden Geschosse ausschließlich für 78 Hotelzimmer reserviert sind.
Alle Hotelzimmer sind entweder ost- oder westseitig orientiert und haben als Erweiterung nach Außen entweder eine Terrasse, Balkon oder Loggia vorgelagert.

Die beiden Baukörper werden im Erdgeschoss mittels der zweigeschossigen Lobby und im 1.OG mittels einer Verbindungsbrücke im Volumen der Lobby "verklammert". Das Kellergeschoss beherbergt neben Tiefgarage und Technik die gesamte Infrastruktur und den mit einem begrünten Dach überdeckten Ladehof über den die gesamte Ver- und Entsorgung abgewickelt wird.

 

ARCHITEKTONISCHE DURCHBILDUNG
In der architektonischen Durchbildung wird die Formensprache des Hauses 3 „Esterházy" mit ihren charakteristischen geschwungenen Fassaden fortgesetzt und im Detail variiert, wobei die Sockelgeschosse in der Regel verglast und die darüber liegenden Geschosse für die Hotelzimmer als Putzfassaden mit großzügigen Fenstertüren und Balkonen bzw. Loggien in Lärchenholz konzipiert sind.
Die Farben sind Naturtöne - Lehmtöne - dunkel im Sockelbereich, hell in den Obergeschossen akzentuiert durch das Lärchenholz. Dunkle Fensterkonstruktionen rahmen den Blick in das Grün.
Die begrünte Mittelzone, die von Lobby, Restaurant und Seminarbereich flankiert wird, zitiert die Idee des von einer Pergola eingefassten Umganges.
Besonderes Augenmerk wird neben der räumlichen Durchbildung der Lichtführung im Gebäude gewidmet. Geschlossene und transparente Raumteile ergänzen einander und geben verschiedene Blickachsen frei, das Tageslicht dringt weit in die Tiefen der Grundrisse ein.

 

SCHLUSSBEMERKUNG
Der neue Gebäudekomplex fügt sich durch das Aufbrechen der Baumassen mit der Schaffung eines grünen Bandes im Zentrum, durch die spezifische Situierung in der Landschaft, das Abrücken von den Hauptsichtachsen und durch die Einbettung in die Natur in den Gestus und die Maßstäblichkeit des Kurbereichs harmonisch ein.